Börsenbriefe - Kriterien für die Auswahl eines guten Börsenbriefs
Börsenbriefe werben meist mit hohen oder Renditeversprechungen um die Gunst unerfahrener Anleger. Die ambitionierten Gewinnversprechungen der Redakteure reichen von Gewinnen in jeder Marktlage bis zu utopischen Performancezielen von 1.000 Prozent pro Jahr. Dass eine solche Rendite nicht erzielt werden kann, ohne einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals zu riskieren, dürfte klar sein. Besonders prekär: Durch geschickt formulierte Geschäftsbedingungen entziehen sich die Redakteure meist der Verantwortung für die empfohlenen Transaktionen.
Auch historische Erfolgsdaten sind meistens mit großer Vorsicht zu genießen. Meist basieren die Daten nur auf so genannten Papiergeschäften. Das heißt: Die ausgewiesenen Trades wurden meist gar nicht tatsächlich ausgeführt. In der Praxis können - vor allem bei illiquiden Werten - nur wenige Anleger tatsächlich zu den ausgewiesenen Kaufkursen einsteigen. Das Gros der Anleger erhält die empfohlenen Werte zu schlechteren Kursen, da die plötzliche Nachfrage meist zu regelrechten Kursexplosionen führen. Transaktionskosten bleiben oftmals ebenfalls unberücksichtigt. Dadurch wird die Performance zusätzlich geschönt.
Vor diesem Hintergrund sollten potentielle Abonnenten von Börsenbriefen gerade solche Börsenbriefe bevorzugen, deren Empfehlungen sich auf große und bekannte Werte (zum Beispiel DAX-Aktien) beziehen. Bei diesen Werten kommt es nicht zu der so genannten "selbst erfüllenden Prophezeiung". Das heißt: Die Abonnenten des Börsenbriefes beeinflussen als Käufer den Kurs der empfohlenen Werte nur geringfügig.
Seriöse Börsenbriefe zeichnen sich dadurch aus, dass sie Werte empfehlen, die eine angemessene Marktkapitalisierung haben. Außerdem sollte der Börsenbrief zu einem Preis angeboten werden, der der Leistung entspricht. Einige Euro monatlich genügen vollkommen, um einen vernünftigen Börsenbrief zu abonnieren. Bekannte Anbieter von Börsenbriefen verfügen über langjährige Börsenerfahrung und über einen Expertenstamm, der über fundierte Kenntnisse verfügt. Zwar werben auch diese Börsenbriefe mit einer Outperformance, allerdings sind die Renditeversprechungen keineswegs utopisch, sondern durchaus erzielbar.
Grundsätzlich sollten Börsenbriefe gemieden werden, die langfristige Renditen von mehreren hundert Prozent versprechen. Solche Renditen sind mit soliden Investments langfristig nicht zu erzielen. Außerdem sollte der Börsenbrief-Anbieter deutlich auf die Risiken der empfohlenen Anlagen hinweisen. Außerdem sollte der Börsenbrief niemals die alleinige Grundlage für die Anlageentscheidungen des Abonnenten darstellen und nicht das gesamte Depotvermögen nach den Empfehlungen eines Börsenbriefes investiert werden. Wer diese Regeln beachtet, kann durch das Abonnement eines Börsenbriefes die Rendite seines Portfolios nachhaltig optimieren.
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