Börsenlexikon

Kleines IPO-Glossar

Beauty Contest: Statt Models müssen sich hier Banker vor dem Unternehmen präsentieren. Ziel des Schaulaufens ist es, den Zuschlag als Mitglied des Konsortiums oder gar als Konsortialführer für den Börsengang zu bekommen. Für die Gründer ist dabei die Versuchung groß, die Bank zu wählen, die die höchste Preisspanne für die Zeichnung der Aktien ansetzt. Entscheidend aber ist, einen realistischen Kurs zu finden, da sonst ein Absturz der Aktie programmiert ist.

Bookbuilding: Bei der Roadshow (siehe unten) werden Zeichnungsaufträge von Anlegern in dem sogenannten Orderbuch gesammelt. Nach Ende des Bookbuildings wird der endgültige Platzierungspreis festgelegt.

Due Diligence: Der Begriff kommt ursprünglich aus der amerikanischen Praxis von Firmenübernahmen und bedeutet soviel wie "erforderliche Sorgfalt". Gemeint ist damit die Bewertung eines Unternehmens durch einen unabhängigen Dritten, meist ein Wirtschaftsprüfer. Der erstellt nicht nur ein Stärken-Schwächen-Profil des Prüflings, sondern versucht zugleich, e Einschätzung über dessen Chancen d Risiken abzugeben. Die Kosten hierfür können bis zu 100.000 Euro erreichen. Experten zufolge führt die Due Diligence häufig zu Abschlägen von rund zehn Prozent auf den von den Banken ursprünglich abgegebenen Kurs.

Equity Story: Sie ist die schriftlich fixierte Zukunftsvision des Unternehmens. Ihre Kernthese: Was macht die Aktie langfristig attraktiv? Dementsprechend wird in dieser Erfolgsgeschichte beschrieben: Was ist die Vision des Unternehmens? Was seine Philosophie und Kultur? Wie sieht die Strategie aus? Wie stark ist das Unternehmen abgesichert gegenüber Wettbewerbern? Und wie stark ist seine Ertragskraft. Zielgruppe der Equity Story sind Investoren und Anleger, deren Phantasie sie beflügeln soll.

Free oder Public Float: Gemeint ist der Streubesitz - also jene Aktien, die an der Börse handelbar sind und sich nicht im Festbesitz der Unternehmenseigner oder Mitarbeiter befinden. Die Anzahl der frei handelbaren Aktien hat maßgeblichen Einfluss auf die Liquidität der Aktie.

Greenshoe: Er bildet eine Emissionsreserve der Banken, aus der je nach Kursverlauf zusätzliche Aktien über die Börse an den Markt gebracht werden können. Damit erhält der Neuemittent weiteres Kapital, und gleichzeitig wird die Liquidität der Aktie durch größere Stückzahlen erhöht. Vorteil für die Bank: Sie erhält die Aktien zu den ursprünglichen Bedingungen und kann sie ohne Risiko mit Gewinn platzieren.

Roadshow: Kurz vor dem Börsengang muss das Topmanagement zu einem Schaulaufen vor potentiellen Investoren antreten, muss Broschüren verteilen, Charts erläutern, bohrende Fragen beantworten. Bei den Einzelgesprächen mit Analysten kommt es vor allem darauf an, die Stärken und Zukunftsaussichten des Unternehmens anzupreisen, um so möglichst viele Zeichnungen für die Aktien zu erzielen.

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