Rohstofffonds - als Beimischung sinnvoll

Rohstoffe erleben seit einigen Jahren einen wahren Boom. Die Preise für Edelmetalle sind ebenso explodiert wie die Börsennotierungen für Öl und Gas. Einzelne Rohstoffe, darunter viele Soft Commodities (landwirtschaftliche Erzeugnisse), haben binnen weniger Jahren Preissteigerungen von mehreren hundert Prozent erlebt. Wenig verwunderlich also, dass auch immer mehr Privatinvestoren von den gigantischen Renditechancen profitieren möchten.

Zwar haben auch viele Rohstoffe im Zusammenhang mit der Finanzkrise und der daraus resultierenden Rezession starke Verluste erlitten, allerdings sind die meisten Experten der Meinung, dass der Megatrend steigender Rohstoffpreise noch lange nicht beendet ist. Vielmehr deutet das Gros der Analysten in entsprechenden Prognosen an, dass die Preise für Rohstoffe nach dem Ende der Rezession umso stärker steigen und neue Höchststände erreichen werden. Ein Grund mehr, warum das Interesse an Rohstoffinvestments weiter steigt. Als Begründung für die optimistischen Prognosen führen Experten immer wieder die rasant wachsende Nachfrage aus den BRIC-Staaten (Russland, Indien, China, Brasilien) und den aufstrebenden Schwellenländern dieser Welt an.

Bei Rohstoffinvestments denken viele Menschen an das direkte, physische Investment in Rohstoffe. Wegen der begrenzten Haltbarkeit eignet sich diese Art des Investierens aber generell nicht für Soft Commodities, da diese nur begrenzt haltbar sind. Auch im Bereich der fossilen Rohstoffe ist die physische Investition nur bedingt sinnvoll. Lediglich in Edelmetalle wie Gold oder Platin investieren Anleger häufig auch physisch.

Rohstoffzertifikate als Alternative

Eine Alternative zum physischen Investment, welches stets Nachteile wie eine kostspielige Lagerung oder teure Anschaffungen wie Tresore oder Bankschließfächer impliziert, stellen Zertifikate auf Rohstoffe dar. Mit diesen Produkten investiert der Anleger indirekt in Rohstoffe. Sie bieten Investoren ein Maximum an Flexibilität, da Anleger auf steigende, fallende oder stagnierende Kurse setzen können.

Allerdings bringt die Anlage in Zertifikate erhebliche Nachteile mit sich: Das Emittentenrisiko hat im Zuge der Finanzkrise erheblich an Bedeutung gewonnen und dem Zertifikatemarkt einen erheblichen Dämpfer verpasst. Denn Zertifikate sind nichts anderes als Schuldverschreibungen, die von Banken (Emissionshäuser) ausgegeben werden. Ob der Anleger ein Zertifikat einlösen kann, hängt also direkt mit der Zahlungsfähigkeit des Emittenten zusammen. Eine Insolvenz des Emittenten, kann theoretisch zu einem Totalverlust führen, obwohl sich die zugrunde gelegte Basis vielleicht sogar positiv entwickelt.

Mit Rohstofffonds Risiken minimieren

Da Rohstoffinvestments meist von Anlegern mit hoher Sicherheitsorientierung getätigt werden, reagierten die Kapitalanlagegesellschaften in den letzten Jahren verstärkt mit dem Auflegen von so genannten Rohstofffonds. Mit diesen können Anleger ohne die Risiken von Rohstoffzertifikaten indirekt in einen einzelnen Rohstoff oder einen Korb aus mehreren Rohstoffen investieren.

Vorteile von Rohstofffonds

Der besondere Vorteil der Anlage in Rohstofffonds: Da es sich bei Rohstofffonds um Sondervermögen handelt, hat eine eventuelle Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft - anders als die Emittentenpleite bei Zertifikaten - keinen Einfluss auf die Werthaltigkeit des angelegten Vermögens. Lediglich die Preisentwicklung des zugrunde liegenden Rohstoffes beeinflusst die Wertentwicklung des Rohstofffonds. Darüber hinaus entfallen für den einzelnen Anleger die Kosten für die Lagerung der Rohstoffe und eventuelle Kosten für die Sicherheit. Die Lagerung erfolgt zentral durch die Kapitalanlagegesellschaft. Die Verwaltungsgebühren für Rohstofffonds sind übrigens vergleichsweise gering und liegen meist unter dem Managementgebühren großer Aktienfonds.

Ein weiterer Vorteil von Rohstofffonds ist die leichte Verständlichkeit der Anlageklasse. Rohstoffzertifikate schrecken meist mit komplizierten und missverständlichen Emissionsbedingungen ab und Futures auf Rohstoffe sind für die meisten Privatanleger aufgrund der hohen Komplexität und der gigantischen Risiken ohnehin ungeeignet. Außerdem können auch unerfahrenere Privatanleger relativ leicht prüfen, wie riskant ein Rohstofffonds abschneidet. Dabei helfen die vielen Analysen spezialisierter Rohstoffmarktanalysten. Außerdem bietet die Risikoindikation durch die Kapitalanlagegesellschaft ein wichtiges Kriterium für die Bewertung der Sicherheit eines Rohstofffonds. All diese "Prüfdaten" fehlen bei den meisten Rohstoffzertifikaten.

Gerade für Investitionen, bei denen eine physische Lagerung des Rohstoffes nur schlecht oder nicht möglich oder sinnvoll ist, erscheint die Anlage über Rohstofffonds daher am sinnvollsten. Zwar gibt es einige alternative Produkte, mit denen Anleger vom zukünftigen Rohstoffboom profitieren können, allerdings eignen diese sich nur für professionelle Investoren oder Zertifikateexperten, die sich den Risiken voll bewusst sind und die Besonderheiten der Produkte genau kennen.

Grundsätzlich sollte sich das Engagement privater Investoren im Rohstoffbereich aber in Grenzen halten. Professionelle Portfoliomanager und Vermögensverwalter messen dem Rohstoff Gold beispielsweise nur eine Gewichtung von 10 Prozent des Gesamtvermögens zu - und das auch nur in Krisenzeiten. Insgesamt erscheint es vor diesem Hintergrund sinnvoll, nicht mehr als 30 Prozent des Depotvolumens in Rohstoffe (Rohstofffonds) zu veranlagen.

Fazit Rohstofffonds

Immerhin bringt auch diese Anlageklasse erhebliche Risiken mit sich, die die Finanzkrise vielen Investoren auf schmerzhafte Art deutlich gemacht hat. Preisrückgänge im hohen zweistelligen Prozentbereich waren da eher die Regel als die Ausnahmen. Allein der Ölpreis hat mehr als zwei Drittel seines Wertes eingebüßt. Bemerkenswert: Historisch gesehen boten gerade derartige Kursrückgänge erhebliche Chancen. Möglicherweise steht die Welt vor einer rasanten Fortsetzung des Megabooms bei Rohstoffen. Eine Partizipation über die Anlage in Rohstofffonds ist vor diesem Hintergrund besonders empfehlenswert.

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