Solaraktien
Die Krise beim Solartechnikunternehmen Conergy Ende des Jahres 2007 hatte eine Neubewertung der gesamten Boombranche ausgelöst. Der Höhenflug der Solaraktien wurde trotz guter Gewinnlage der meisten Solarfirmen abrupt gestoppt. Die aktuelle Krise auf dem Weltfinanzmarkt sorgte dafür, dass die Aktien trotz 30-prozentiger Umsatzsteigerungen im Solarenergiesektor an Wert verloren. Wer heute niedrige Kurse zum Einstieg in ein Investment in der Anlageklasse der erneuerbaren Energien nutzen möchte, sollte die Fakten und Hintergründe kennen, um Risiken und Chancen realistisch einschätzen zu können.
Mit Solaraktien in verschiedene Industriezweige investieren
Deutsche Unternehmen im Sektor der erneuerbaren Energien gelten als gut aufgestellt im internationalen Wettbewerb. Knapp ein Dutzend Betriebe sind in Form einer Aktiengesellschaft national oder international auf dem Markt für Solarenergie aktiv. Dabei setzen die deutschen Solarfirmen sehr unterschiedliche Schwerpunkte. Wer in Solaraktien investiert, beteiligt sich an Herstellern von Solarzellen, an Produzenten von Solarwafern oder Solarmodulen, an Vertriebsgesellschaften für Solarsysteme oder Photovoltaik-Anlagen, an Betreibern von Solarkraftwerken oder an Produzenten, die Strom aus Sonnenenergie auf dem Strommarkt anbieten. Das Investment in Solaraktien umfasst somit ein sehr breites Spektrum von Unternehmen, die in den verschiedensten Segmenten des Marktes für erneuerbare Energien tätig sind.
Vorteile und Nachteile von Solaraktien
Ein wesentlicher Vorzug von Solaraktien gleich welcher Art liegt darin, dass sie ein Investment in Unternehmen darstellen, deren Produktionsanlagen und -technologien auf dem neuesten Stand sind. Entsprechend hoch sind die Produktivität und die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Da der Markt der erneuerbaren Energien relativ jung ist und der Bedarf an diesen Energien in der Zukunft weiter zunehmen wird, ist mit einer Marktsättigung vorerst kaum zu rechnen. Das wirkt sich grundsätzlich positiv auf das Potential von Solaraktien aus.
Solaraktien profitieren außerdem von der aktuellen CO2-Diskussion und von der Politik der Staaten der Europäischen Gemeinschaft zur Verminderung der Emissionen beim Verbrennen fossiler Brennstoffe. Staatliche Fördergelder für Privathaushalte, die beispielsweise die Installation von Photovoltaik-Anlagen planen, wirken sich nachfragefördernd aus. Den gleichen Effekt hat der Wunsch vieler Verbraucher, ihren Strombedarf mit Ökostrom zu decken. Investitionen in Solarstromproduzenten können von der zunehmenden Verbrauchernachfrage direkt profitieren.
Wie in jeder Boombranche, so besteht auch im Bereich der börsennotierten Solarenergieunternehmen die Gefahr, dass es angesichts hoher Markterwartungen zu stärkeren Schwankungen bei der Bewertung von Solaraktien kommen kann, und zwar trotz guter fundamentaler Unternehmensdaten und positiver Geschäftsausblicke in einem wachsenden Gesamtmarkt. Schon Gerüchte am Markt, dass es bei Solarzellen ähnlich wie bei der Speicherchipproduktion zu Überkapazitäten mit entsprechendem Preisverfall für Solarzellen kommen könnte, vermochten die Kursentwicklung in der Vergangenheit negativ zu beeinflussen.
Die Solarenergieunternehmen benötigen für Forschung und Entwicklung sowie zur Realisierung ihres Wachstums viel Kapital. Deswegen sind sie auf Gelder und Finanzierungen durch Banken in besonderem Maße angewiesen. In der aktuellen Krise des globalen Finanzmarktes besteht die Unsicherheit, ob die Geldinstitute wie bisher bereit sein werden, die kapitalintensiven Unternehmen weiterhin mit frischem Geld zu versorgen.
Risiken beim Investment in erneuerbare Energien
Dass im Portfolio mit Solaraktien jährliche zweistellige Wertzuwächse keine Seltenheit waren, hat in der Vergangenheit den Blick für die Risiken des Investments in erneuerbare Energien vorübergehend völlig in den Hintergrund treten lassen. Kurzfristig orientierte Investoren mussten im Zuge der Marktkorrektur Ende 2008 Verluste hinnehmen. Das Investment in Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien ist eine Geldanlage, die in die Zukunft investiert und deswegen gerade für Anleger sinnvoll, die einen größeren Zeitrahmen haben.
Experten schätzen, dass sich der Umsatz der Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2014 weltweit auf über 200 Milliarden Dollar vervierfachen wird. Angesichts knapper werdender Öl- und Gasressourcen gehört die Zukunft zwar in jedem Fall den erneuerbaren Energien. Doch die Umstellung darauf kann durch Phasen sinkender Ölpreise immer wieder verzögert werden. Welche Marktteilnehmer vor diesem Hintergrund optimal von der Zukunft profitieren werden, hängt wesentlich von der Ausrichtung des jeweiligen Solarenergieunternehmens ab. Daher kommt der Auswahl der richtigen Solaraktien beim Investment in erneuerbare Energien eine besondere Bedeutung zu.
Welche Solaraktien die besten Chancen bieten
Unternehmen, die als Betreiber von Sonnenkraftwerken Solarstrom ins Netz einspeisen, können vom Wachstum des Marktes für Ökostrom bereits heute direkt profitieren. Bei den Herstellern von Solarzellen oder Solarwafern werden künftig die im Vorteil sein, die mit eigenen Produktionsstätten in Ländern mit niedrigem Lohnniveau auf Preisänderungen flexibel reagieren. So werden sie mit zukünftig auf den Markt drängenden Produzenten wie etwa China konkurrieren können. Auch Solarenergieunternehmen mit langfristigen Lieferverträgen für Solarzellen oder Solarwafer werden in einem margenschwächeren Geschäftsumfeld weiter gut aufgestellt sein. Gut auf die Zukunft des Marktes vorbereitet sind die Firmen, die über die Produktion von Solarzellen bis hin zur Installation von Solaranlagen möglichst breit am Markt für erneuerbare Energien aufgestellt sind.
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